Rund um die Cordillera Huayhuash

Ausführliche Reisebeschreibung

01.Tag: Flug nach Lima / Ankunft in Lima

Flug ab Deutschland/Europa nach Lima. Am Flughafen in Lima werden wir abgeholt und fahren zu unserem Hotel.

- / - / - Hotel Santa Cruz

02.Tag: Fahrt nach Huaraz

Wir fahren in Richtung Norden nach Huaraz 3055m. Unbeschreiblich, wie die Landschaft ihr Aussehen ändert. Zuerst die Wüste, dann die Küste und nun hinauf auf 4100m. Atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes. Vom Paß und kurz hinter dem Paß haben wir einen wunderschönen Blick auf die Cordillera Huayhuash und die Cordillera Blanca mit dem mächtigen Huascaran.

F / - / - Hotel El Tumi - 3055m
430 km ca. 8 Stunden

03.Tag: Huaraz Tagestour

Wir fahren nach Toclla 3250m. Von hier aus unternehmen wir eine Wanderung zum Wilcachocha See 3800m. Genießen wir die herrliche Aussicht, bevor wir absteigen. Am Abend sind wir zurück in Huaraz. Diese Tour dient der Akklimatisation, denn wir befinden uns über 3000m Höhe und in den nächsten 3 Tagen erreichen wir Höhen bis zu 5000m!!!

F / M / - Hotel El Tumi - 3055m
550m 550m ca. 5-6 Stunden

04.Tag: Fahrt nach Palca

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

6.30 Uhr aufstehen, ich schreibe Tagebuch. 8.00 Uhr Frühstück, danach Stadtbummel u.a. Ersatzbatterie für Foto kaufen. 10.00 Uhr Abfahrt nach Chiquian. Den Weg zurück zum Conococha-Paß kennen wir bereits. In Chiquain machen wir Rast und essen in einem der zahlreichen Restaurant. Suppe, Reis mit Truthahn, Kartoffeln und Salat, dazu ein Maisgetränk. Kosten 3 Soles ! Schmeckte ganz gut, nur habe ich vorher unglücklicherweise das WC gesehen ! Dann fahren wir auf einer Schotterpiste rauf und runter über Llamac nach Palca 3900m wo wir um 16.30 Uhr eintreffen, von Trägern und zahlreichen Kindern empfangen werden.
Caramelo, Caramelo betteln die Kinder. Unsere Zelte sind bereits aufgebaut. Wir sind nicht die einzigen, die auf dem Sportplatz campieren. Unser Bergführer hat seiner großen Familie verschiedene Dinge aus Huaraz mit gebracht. Wir gehen mit Viktorino ins nahe Dorf und dürfen auch in die Behausungen seiner Verwandtschaft. Für unsere Verhältnisse schlichtweg trostlos. Ein ca. 3x2 Meter dunkler Raum dient als Küche, Strom gibt es in Llamac noch keinen. Ein altes Ehepaar sitzt auf einer Bank neben einem Feuer. In der Mitte des niedrigen Raumes steht ein Tisch und in einer Ecke darunter krabbeln ein paar Meerschweinchen. Da immer wieder etwas auf den Naturboden fällt, haben die Tierchen was zum fressen. Auch im Schlafraum ist Lehmboden. Darüber liegen ein paar Felle und Decken. Die meisten Tiere bei uns leben in besseren Verhältnissen und das zwingt mich zum Nachdenken. Wir saßen noch bis halb neun im Essenzelt und dann ab in den Schlafsack.

F / M / A Zeltcamp - 3900m
130 km ca. 4-5 Stunden

05.Tag: Cancananpunta Pass – Mituccoucha See

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Um 6.30 Uhr bekommen wir von Stephan heißen Tee ans Zelt gebracht. Dann folgt das tägliche Ritual. Katzenwäsche am Rio, packen und frühstücken. Meine Bedenken in Sachen Essen waren umsonst. Stephan kocht großartig. Tee, Kaffe, Kakao, Brot, Müsli und Marmelade zum Frühstück, heute noch Rührei mit Schinken.
8.15 Uhr Abmarsch. Auf schmalen Pfaden geht es steil hinauf zum Paß Cacananpunta, 4700m ü.N.N. Der Atem keucht und der Puls steigt in schwindelnde Höhen. Es ist wieder  ein herrlicher Tag, wobei die Nächte mit 5-10 Grad Minus empfindlich kalt sind und morgens ringsum Rauhreif liegt. Viktorino zeigt uns einen Kondor, die schwarzen Vögel mit weißer Halskrause haben bis zu drei Meter Flügelweite. Immer wieder sehen wir Hirten, Frauen und Kinder, die auf ihre Tiere aufpassen. Viktorino erklärt uns, daß hier alles wie in einer großen Familie lebt. Dieselbe Hierachie wie in der Inkazeit. Man hilft sich gegenseitig und tauscht. Die Bauern bekommen zum Beispiel für 12 Kilo Kartoffeln 1 Soles, während in Lima das Kilo 2 Soles kostet.
Nach mehreren Pausen erreichen wir unseren Lagerplatz in der Nähe des herrlich gelegenen Mitucouha-See 4300m um 14.30 Uhr. Das Camp am Fuße des 5.883 Met er hohen Nevado Rondoy. Wir richten uns ein und machen noch einen Spaziergang. Abendessen um 18.30 Uhr mit Suppe, ganz fein geschnittenen Pommes (wie Rösti) und panierte Hähnchenschnitzel, dazu ein warmes Früchtekompott als Nachtisch. Wirklich große Klasse was Stephan auf den Tisch bringt.

F / M / A Zeltcamp - 4300m
800m 400m ca. 6 Stunden

06.Tag: Yanayana Pass - Laguna Carhuacocha

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Nach der morgendlichen Zeremonie mit waschen, packen, frühstücken verlassen wir um 8.15 Uhr Mitucocha. Gute 2 Stunden brauchen wir bis zur Paßhöhe Yanayana auf 4650m ü.N.N. Leider ist heute der Himmel grau und wolkenverhangen und so ist die Sicht zum höchsten Berg der Cordillera Huayhuash und zum zweithöchsten von Peru dem Yerupaya –6634 m- nicht so toll.
Am frühen Nachmittag, 14.00 Uhr, erreichen wir unseren Lagerplatz an der Laguna Carhuacocha 4220m. Beim fotografieren passiert mir nach Llamac wiederum ein kleines Malheur. Weil ich einem Hund besonders nahe komme springt er auf und beißt mir in das linke Hosenbein. Mein Bein hat nichts abbekommen, aber in der Hose ist ein ca. 8 Zentimeter gro0es Loch, daß ich kunstvoll zu stopfen versuche. Schade, daß die Berge so wolkenverhangen sind und so sehen wir die vier 6.000 er nur teilweise.
Um 15.30 Uhr unternehmen wir einen „kleinen“ Spaziergang von 2 Stunden am See. Immer wieder treffen wir auf Hirten. Sonnenaufgang gegen 6.30 Uhr und Sonnenuntergang 12 Stunden später bestimmen den Tagesablauf. In der Nähe des Äquators ist die Dämmerung sehr kurz. Stephan hat wiederum ein schmackhaftes Abendessen zubereitet. Suppe, Reis, Fleisch, Gemüse und Pudding sind echt gut. Violeta, Wolfgang und ich spielen noch ein paar Runden Solitär und um 19.00 Uhr kriechen wir müde in die Schlafsäcke. Heute war Sonntag und es war wiederum ein erlebnisreicher Tag. Wie haben wir doch zu Hause ab und zu getönt: „wir würden in Peru die Puppen tanzen lassen“, von wegen. Fix und foxi sind wir abends.

F / M / A Zeltcamp - 4220m
420m 500m ca. 6 Stunden

07.Tag: Carnivoro Pass - Huayhuash

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Sternenhimmel mit dem hellen, strahlenden „Kreuz des Südens“, danach gefrierender Regen und Graupelschauer. Aus dem Sonnenaufgang am Carhuacocha-See wurde leider nichts. Später wird es aber wunderschön und das Panorama ist gigantisch.
Zum Frühstück gibt es Eier mit Speck, wir brechen um 8.15 Uhr auf. Im Morgengrauen waren Stephan und Reynaldo beim Angeln erfolgreich, heute Abend stehen Forellen auf dem Speiseplan. Der Weg hinauf zur Paßhöhe Carnicero 4600m zieht sich in die Länge. Die Schritte in dieser Höhe gehen langsam, bei jeder Anstrengung keucht der Atem und der Puls schnellt in die Höhe. Nach 3,5 Stunden überqueren wir den Paß und kurze Zeit später serviert uns Stephan an einem wunderschönen  Rastplatz mit Blick auf eis- und schneebedeckte Berge und einem idyllischen Bergsee Fruchtsalat mit Jogurth. Kurz nach 14.00 Uhr erreichen wir unser Tagesziel in Huayhuash 4400m. Wir beziehen unser Zelt, packen und räumen Seesack und Rucksack, trinken Tee und ruhen. Viktorino fordert uns zum Steinstoßen heraus, das hätte er lieber sein lassen. Ich übernahm sogleich die Initiative und machte Höhentraining mit Gymnastik und Weitsprung aus dem Stand. Es war eine Gaudi und Abwechslung und das Abendessen mit Suppe, Forelle, Kartoffeln, Reis und Pudding schmeckte besonders gut. Ein paar Spiele und um 19.00 Uhr ab in den warmen Schlafsack, zu Hause glaubt uns das bestimmt niemand.

F / M / A Zeltcamp - 4400m
430m 250m ca. 6 Stunden

08.Tag: Portachuelo Paß – Kuartelpampa

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

6.30 Uhr, es dämmert, wir stehen auf. Nebelschwaden ziehen durch die Hochebene von Huayhuash. Einige Bergspitzen werden bereits von den ersten Sonnenstrahlen angestrahlt. Heute gibt es sogar warmes Wasser zum Zähne putzen. Frühstück mit Pfannenkuchen und Marmelade, dazu Kaffee, Kakao oder Tee den ich bevorzuge.
8.15 Uhr wir starten. Stephan und Reynaldo packen alles zusammen, beladen die Esel und das Pferd und holen uns meistens nach ein paar Stunden ein. Stephan bleibt dann bei uns und serviert gegen 12.00 Uhr das Mittagessen. Heute Kartoffeln mit einer scharfen Kräutersoße, ähnlich unserem Meerrettich. Der Aufstieg zum Portachuelo Paß auf 4750m ü.N.N. hat es in sich. Zuhause gelten 300 Höhenmeter pro Stunde als Norm, doch in diesen Höhen schaffen wir nicht einmal die Hälfte und so schlecht sind Wolfgang und ich eigentlich nicht. Nach 2,5 Stunden erreichen wir den Paß und neue, beeindruckende Blicke tun sich auf. Zur linken kommt eine weitere Gebirgsgruppe, die Cordillera Raura ins Blickfeld und unter uns die große Laguna Viconga 4400m. Mit dem Wetter haben wir wieder Glück. Teilweise sind einige Wolken vorhanden und es bläst permanent ein böiger Wind. Wir machen noch einen Abstecher zu den heißen Quellen – aber Baden kommt infolge meines Schnupfens nicht in Frage.
Kurz nach 15.00 Uhr erreichen wir ziemlich groggy unseren Lagerplatz Kuartelpampa in 4525m. Die Zelte stehen bereits und der warme Tee tut gut. Während Wolfe das Zelt einräumt, schreibe ich meinen Bericht. Vermutlich werden wir heute noch früher in die Schlafsäcke kriechen, die Höhe macht sich in Form von zunehmender Müdigkeit bemerkbar. Zum Abendessen gibt es Suppe, Chicken mit Reis und Kartoffeln und als Nachspeise Ananas mit Soße, Spitze. Wir bereden noch den Tag und Viktorino gibt einen Ausblick auf Morgen. 18.30 Uhr der Schlafsack ruft !!!

F / M / A Zeltcamp - 4525m
880m 450m ca. 7 Stunden

09.Tag: Punta Cuyoc - Huanacapatay

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

6.30 Uhr aufstehen, waschen und packen. Was tue ich heute in meinen Rucksack und was kommt in den Seesack. So wenig wie möglich kommt in den Rucksack, doch mit Trinkflasche, Umhängetasche, Foto, Schokolade, Kekske, Obst etc. sind schnell 6-7 kg beieinander und jedes Kilo zählt in diesen Höhen doppelt. Rührei mit Schinken und Tassenweise Tee geben Kraft.
8.00 Uhr wir gehen los, zum höchsten Paß. Der Anstieg zum Punta Cuyoc auf 5050m ü.N.N. ! ist endlos lang. Schritt für Schritt kämpfen wir uns bergauf und erreichen die Paßhöhe nach 2,5 Stunden. Leider ist auch heute kein Bilderbuchwetter, zeitweise schneit es sogar auf der Höhe. Ein paar Fotos dann folgt ein steiniger Abstieg im tiefen Geröll von 1 Stunde. Einfacher ist der Weiterweg, immer leicht bergab durch eine Hochebene.
Gegen 12.00 Uhr machen wir Rast und Stephan versorgt uns mit Schinkennudeln. Ich fotografiere eine einheimische Familie und bedanke mich mit Süßigkeiten. Nach sechs Stunden erreichen wir unser Camp Huanacapatay 4390m. Wir sind müde, der Wind pfeift nur so um unsere Zelte. Lange Unterwäsche, Trainingshose, Faserpelzjacke, Anorak, Wollmütze und Handschuhe. Die Füße teilweise in einem Zeltsack, so sitzen wir bei Kerzenschein im Essenzelt. Heute wird chinesisch gespeist. Suppe, Nudeln mit verschiedenen Gemüsen und Gewürzen und Huhn. Zum Dessert Pfirsiche. Es war ein anstrengender Tag, den wir mit Kartenspielen beenden. 19.00 Uhr, Zeit für den Schlafsack. Man steht mit den Hühnern auf und geht mit ihnen schlafen, kaum glaublich aber wahr.

F / M / A Zeltcamp - 4390m
580m 715m ca. 6 Stunden

10.Tag: Huayllapa – Huantiac

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Endlich Bilderbuchwetter, bereits in der Nacht ein sagenhafter Sternenhimmel. 6.30 Uhr, ich liege bereits mit meiner Kamera in Lauerstellung. Doch es sollte noch fast eine Stunde dauern, bis die Sonne hinter den Bergen zum Vorschein kommt. Wir frühstücken heute im Freien.
Kurz nach 8.00 Uhr verlassen wir unser Camp, wo wir ganz alleine waren. Heute müssen wie den steilen Abstieg nach Huayllapa 3660m bewältigen. Überwiegend an einem Fluß entlang geht es über 700 Höhenmeter nach unten und in die Knie. Eine Besonderheit ist nach rund 1,5 Stunden eine Steilstelle mit einem Wasserfall. Die Tragtiere müssen hier einen anderen Weg nehmen. Je weiter wir nach unten kommen um so wärmer wird es. Kurz vor dem Dorf Huayllapa kommen wir an eine Mautstelle. Viktorino muß Wegegeld bezahlen,  dann dürfen wir passieren. Wir lassen das Dorf links liegen und nehmen den schweren, steilen Anstieg nach Huantiac 4270m in Angriff. Ca. 600  Höhenmeter ! Unterwegs wartet Stephan mit dem Mittagessen. Kartoffeln mit deftigem Thunfischsalat und vielen Zwiebeln schmeckt sehr gut.
Nach sechs Stunden erreichen wir kurz nach 14.00 Uhr unseren Lagerplatz in Huantiac 4270m. In der Ferne sehen wir erstmals den Diablo Mudo – unseren Berg. Oh weh, von dieser Seite mit viel Neuschnee sieht er gewaltig aus. Man wird sehen wie es in 2 Tagen wird. Auch heute sind wir die einzigen Trekker im Camp. Wir räumen aus, ein und um, schreiben Tagebuch während Stephan das Abendessen zubereitet. Diesmal gibt es eine Kürbissuppe, frittiertes Huhn mit Reis und Schokoladenpudding. Trotz der guten Kost habe ich einige Pfunde weniger. Wir spielen noch vier Runden Solitär und krabbeln um 19.30 Uhr in die Schlafsäcke.

F / M / A Zeltcamp - 4270m
580m 700m ca. 6 Stunden

11.Tag: Punta Tapush – Diablo Mudo „Basislager“

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Affenkalt und sternenklar war die Nacht. Das Hochtal ist von Reif überzogen. Einheimisch fangen einen entlaufenen Esel ein, wobei unsere Begleiter helfen. Es ist ein wunderschöner Morgen und wir lassen es langsam angehen. Von wegen, denn auch bei uns fehlt ein Esel ! Die ganze Mannschaft ist auf einmal in Aufruhr. Zu Fuß und zu Pferd wird nach dem Tier gesucht. Ein Esel kostet rund 100 US $ und das ist nahezu der ganze Monatsverdienst von Reynaldo.
Als wir um 9.45 Uhr losgehen ist vom Esel immer noch keine Spur. Frühstück gab es auch. Omelett für mich, natürlich ohne Käse. Langsam nehmen wir den schweren Aufstieg zum Punta Tapush 4800m in Angriff. Vor uns immer im Blickfeld der Diablo Mudo 5400m ü.N.N. Vereinzelt treffen wir Einheimische, überwiegend Frauen und  Kinder. Nach drei Stunden überschreiten wir den Paß und machen Pause. Stephan und Reynaldo kommen mit den Tragtieren und Gott sei dank, alle 7 Esel sind wieder vereint. Ich versuche ein paar hundert Meter mit Stephan und Reynaldo zu gehen, muß aber schnell erkennen, daß ich keine Chance habe. Am Susucocha-See 4700m machen wir Mittag und kurz nach 14.00 Uhr erreichen wir unser Lager auf 4585m.
Die Vorbereitungen für morgen beginnen. Um 3.00 Uhr wollen wir aufstehen und eine Stunde später losgehen. Alles muß bis ins Detail geplant werden. Wir überprüfen Sitz- und Brustgurte, die Steigeisen, Stirnlampen und  packen See- und Rucksack. Wir ziehen gleich die Kleidung für morgen an und werden in dieser später in den Schlafsack steigen. Diablo Mudo – der stumme Teufel ! er thront schnee- und eisbedeckt hoch über unseren Zelten. Viktorino meinte, daß wir mit jeweils 6 Stunden Auf- und Abstieg rechnen müssen. Wir kommen zum Schluß, daß wir es versuchen, riskieren nichts, denn wir wollen gesund wieder nach Hause kommen. Heute wird es bestimmt nicht spät. Zum Abendessen gibt es: Kartoffelsuppe, Spaghetti mit Fleischsoße, Grießbrei mit Zimt. 18.30 Uhr Nachtruhe, der Schlafsack ruft.

F / M / A Zeltcamp - 4300m
800m 400m ca. 6 Stunden

12.Tag: Diablo Mudo - Jahuacocha See

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Um 3.00 Uhr will uns Viktorino wecken, doch wir sind bereits wach. Eine Tasse Tee und los geht`s in der Mond- und Sternen klaren Nacht mit Stirnlampen. Verdammt schwer kommt mir mein Rucksack vor. Mit dem ganzen Eisenzeug kommen wir leicht auf 8-10 Kilo. Viktorino zieht los, Wolfgang dahinter, dann Violeta und ich zum Schluß. Viktorino hatte die Seilschaft so zusammen gestellt. Von wegen Wegmarkierungen wie bei uns. Nach gut einer Stunde beginnt der steinige Weg steiler zu werden. Der Atem keucht und wir müssen immer öfters kleinere Pausen einlegen. Nach 2,5 Stunden können wir die Stirnlampen ausschalten, der Tag beginnt. Leichte Kletterei im I. und II. Schwierigkeitsgrad folgt, durch die Höhe sind wir ziemlich schlapp. Die Sonne kommt und gibt uns neue Kraft, als wir kurz nach sieben die Ausrüstung anlegen. Im festen Eis geht es steil bergan. Einige Passagen haben mit Sicherheit um die 40 Grad. Nach spätestens zehn Schritten muß eine kurze Verschnaufpause eingelegt werden. Dann kommt ein ganz besonders Schmankerl, denn wir müssen eine Steilstufe von rund 15 – 20 Meter abseilen. Viktorino sichert gekonnt den Abstieg. Dann immer weiter, das Ziel ist schon lange in Sichtweite, erreichen wir fünf Minuten vor zehn den kreuzlosen Gipfel des Diablo Mundo 5350m. Berg Heil, wir reichen uns die Hände, fallen uns um den Hals, Küßchen hier und Küßchen da, Gratulation, feuchte Augen, wir haben es geschafft und sind ein wenig stolz. Viktorino hat eine sehr gute Spur zum Gipfel gefunden. Dann beginnt das fotografieren, die Aus- und Fernsicht ist bestens und die Mühen des Aufstieges bald vergessen. Die Glücksgefühle überwiegen bei weitem. Wolfe hat seinen großen Auftritt, als er die Deutsche Fahne, die er zu seinem 60. Geburtstag  bekam, in den Schnee steckte. Nach dreissig Minuten Gipfelglück beginnt der Abstieg. Schon bald können wir die Steigeisen abschnallen und im steilen, tiefen Geröll geht es stundenlang nach unten. Nach knapp 12 Stunden erreichen wir müde aber total happy unser Camp am Lake Jahuacocha 4130m. Rund 1300 Höhenmeter Abstieg, daß ging in die Knie.
Doch das Gipfelglück bringt die verbrauchten Energien bald zurück und morgen wartet ein Ruhetag am herrlichen Jahuachoca-See. Zur Feier des Tages leisten wir uns ein Cerveza um 6 Soles. Abendessen: Suppe, Nudeln mit Huhn, unser letztes mußte dran glauben, und Pudding. Dann spielen wir noch ein wenig Karten und beschließen, daß wir morgen ein „Pachamanca“ (Festessen) machen. 20 Uhr, Zeit um in die Schlafsäcke zu steigen.

F / M / A Zeltcamp - 4130m
815m 1270m ca. 12 Stunden

13.Tag: Reservetag / Jahuacocha See

Der Tag kann in Absprache der Gruppe mit dem Trekkinguide individuell für das Trekking eingeplant werden.

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Ein herrlicher Morgen erwartet uns. Ich nehme meinen Foto und warte auf den Sonnenaufgang. Danach Frühstück im Freien mit wunderschönen Ausblicken auf die Sechstausender, vor allem der Yerupaya steht im Mittelpunkt. Stephan serviert gegrillte Forellen. Es ist einmalig ... dann beginnen die Vorbereitungen auf das Pachamanca. Für 60 Soles, runde 15 Euro, kaufen wir ein Schaf und Viktorino, Stephan und Reynaldo töten das Tier und zerlegen es fachgerecht. Ein Steinhaufen wird als Ofen errichtet und mit Reisig und Holz gefüllt. Nach über einer Stunde sind die Steine heiß, das Fleisch samt Kartoffeln werden eingelegt und mit den Steinen bedeckt. Zum Schluß mit Schilf und Erde zugedeckt, dann wird ein hölzernes Kreuz aufgesteckt. Wir sitzen drum herum und trinken Bier. Musik tönt aus dem Radio und es wird getanzt. Nach rund 2,5 Stunden wird der Haufen geöffnet und das große (Fr)essen beginnt. Dazu sitzen wir auf der Erde und essen mit den Fingern wie unsere Vorfahren. Es ist wie ein Traum. Mit unserer Mannschaft haben wir eine super Truppe. Wir feiern zusammen ein Fest das unvergeßlich bleiben wird.

F / M / A Zeltcamp - 4130m

14.Tag: Trek nach Pocpa / Fahrt nach Huaraz

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Die Nacht war wieder eisig kalt. Zelte und Landschaft sind mit Rauhreif überzogen, tiefblau der Himmel. 6.30 Uhr aufstehen, waschen und Frühstück im Freien. Heute geht’s nach Llamac, dem Ausgangspunkt unserer Umrundung der Cordillere Huayhuash. Es war eine wunderschöne, aber sehr anstrengende Tour.
Kurz nach halb neun verlassen wir Jahuacocha, sechs Stunden werden wir nach Llamac brauchen. Zuerst eben, immer wieder drehe ich mich um und schaue zum Abschied auf die Berge, dann wird es wieder steiler und mit dem Punta Llamac 4450m haben wir nochmals einen Brocken vor uns. Die gesamte Huayhuash-Runde grüßt aus der Ferne. Ganz rechts außen „unser“ Diablo Mudo. Kurz hinter der Paßhöhe gibt’s Essen bestehend aus Thunfisch- und Gemüsesalat. Dann beginnt der steile Abstieg hinunter ins Tal. Über 1000 Höhenmeter im Geröll und schmalen Pfaden. Diese Tour hat es wahrlich in sich. Ziemlich erschöpft erreichen wir Pocpa 3200m.
Mit dem Bus schaukeln und fahren wir dann zurück nach Huaraz.

F / M / - Hotel El Tumi - 3055m
320m 1250m ca. 6 Stunden
100 km ca. 4 Stunden

15.Tag: Fahrt nach Lima

Texte mit freundlicher Genehmigung aus dem Reisebericht von Franz Rink
Copyright 2003  F.R.-Verlag, Eislingen

Wunderbar geschlafen. Ein Bett wie zu Hause. 7.30 Uhr duschen und von 8.00 bis 9.00 ein königliches Frühstück, packen und warten auf das Taxi. Um 10.30 Uhr werden wir abgeholt und zum Busbahnhof gefahren. Ein Bilderbuchwetter. Die 400 Kilometer lange Fahrt nach Lima beginnt um 11.00 Uhr. Die ersten beiden Stunden darf ich erneut auf dem Beifahrersitz verbringen. Im Fernsehen werden laufend Videos und Werbung gesendet. Zum Essen bekommen wir Hähnchen, Reis, Kekse und Inka-Cola, dieses gelbe, klebrige Zeugs. Der Bus ist proppenvoll mit Touristen aus aller Welt. Fast fünf Stunden brauchen wir bis zur Küste, weitere 3,5 Stunden fahren wir auf der Panamerikana Richtung Süden.
Endlich nach 8,5 Stunden sind wir an einem der zahlreichen Busbahnhöfen in Lima. Unser Taxifahrer wartet bereits auf uns und bringt uns in rund 30 Minuten ins Hotel. Wir kaufen noch Mineralwasser, ein Cerveza und etwas zum Essen und machen es uns im Zimmer bequem. Unsere letzte Nacht in Peru beginnt.

F / - / - Hotel Santa Cruz
430 km ca. 8 Stunden

16.Tag: Lima Besichtigungen & Rückflug

Heute unternehmen wir eine Besichtigungstour durch Lima. Lima liegt direkt am Pazifik und hier am Meer sind die beiden Stadtteile San Isidro und Miraflores entstanden, in die sich die finanzkräftigere Bevölkerung zurückgezogen hat. Hotels gehobenen Standards sind hier ebenso zu finden wie Flanierstraßen mit Boutiquen, Souvenirgeschäften und Supermärkten. Der historische Stadtkern - die Plaza de Armas - ist natürlich Anziehungspunkt der Touristen. Einkaufsstraßen, fliegende Händler, kleine Restaurants und Cafes gehören zum Stadtbild. Lima hat sehr viele Kirchen, aber eine der ”besonderen” ist Monasterio de San Francisco. Erbaut bald nach der Gründung der Stadt, liegt das Besondere dieser Kirche unter der Erde. Erst im 19. Jahrhundert wurde freigelegt, was sich dort befindet. Es sind die Katakomben der Stadt, die bis 1810 als Friedhof dienten. Teilweise noch unerforschte Gänge und Kammern erstrecken sich in einem Labyrinth. Gänge, die in kleinen Kapellen enden und Gänge, an denen sich große Gräber mit den Gebeinen der damaligen Bevölkerung befinden. Am Nachmittag besuchen wir das Larca Museum. Ein privates Museum in dem viele Kunstgegenstände, vor allem aus der Zeit der Inkas, aber auch anderer vorspanischer Andenkulturen, zusammengetragen wurden.
Anschließend erfolgt der Flughafentransfer & Rückflug.

F / - / -  

17.Tag: Ankunft

Hilfesymbol
Zur Hilfeseite
Zeichenerklärung
Aufstieg Aufstieg
Abstieg Abstieg
Übernachtungsart & Schlafhöhe Übernachtungsart,
Schlafhöhe
Mahlzeiten Mahlzeiten: F / M / A
  Frühstück-Mittag-Abend
Fahrzeit / Gehzeit Fahrzeit / Gehzeit
Fahrstrecke Fahrstrecke
Schwierigkeitsgrad
Anspruch 1/6 Besichtigungen & Rundreisen
Anspruch 2/6 Trekking leicht - Safari & Aktiv-Reisen
Anspruch 3/6 Trekking:
mittelschwer
Anspruch 4/6 Trekking: schwer,
anspruchsvoll
Anspruch 5/6 Hochtour & Tour in entlegene Gebiete
Anspruch 6/6 Expedition

Reise-Infos

Reise Nr.: 401310

Zelt-Trekkingreise
Reisedauer: 17 Tage
Anspruch: Anspruch, Schwierigkeitsgrad

Impressionen aus Lima

Impressionen aus Lima

Unterwegs nach Huaraz

Unterwegs nach Huaraz

Blick auf die Cordillera Huayhuash

Blick auf die Cordillera Huayhuash

Huaraz mit dem Huascaran

Huaraz mit dem Huascaran

Llamac, ein Dorf in der Cordillera Huayhuash

Llamac, ein Dorf in der Cordillera Huayhuash

Gepäck verladen und los geht`s

Gepäck verladen und los geht`s

Der Cacananpunta Pass ist erreicht

Der Cacananpunta Pass ist erreicht

An der Laguna Carhuacocha

An der Laguna Carhuacocha

Unterwegs nach Huayhuash

Unterwegs nach Huayhuash

Blick zum Yerupaja

Blick zum Yerupaja

Camp in Huantiac am Diablo Mundo

Camp in Huantiac am Diablo Mundo

GESCHAFFT - am Gipfel des Diablo Mundo 5350m

GESCHAFFT - am Gipfel des Diablo Mundo 5350m

Camp am Jahuacocha See

Camp am Jahuacocha See

Auf dem Weg nach Pocpa

Auf dem Weg nach Pocpa

Man soll sich mal was gönnen ...

Man soll sich mal was gönnen ...

Heute gibt es Lamm aus dem "Steinofen"  ...

Heute gibt es Lamm aus dem "Steinofen"  ...

Peru Trekkingreise - Cordillera Huayhuash
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